Bei meinen Kursen hab ich dann etwas beobachtet, das mich richtig gepackt hat: Sehr, sehr viele meiner Teilnehmer haben ähnliche Verwandlungen durchgemacht wie ich damals im Urlaub in Ägypten. Freitauchen zwingt dich zur Selbstreflexion, weil du dir selbst und deinem Körper zuhören musst – wenn du mit dem Kopf unter Wasser bist und dein Körper dir signalisiert, du solltest langsam wieder atmen, und du weißt, du kannst noch nicht, dann blendest du alles andere aus. Keine E-Mails, keine Anrufe, kein Mitarbeiter, der was von dir will. Dann bist du nur noch mit dir. Du hast wenig Möglichkeiten, deinem Inneren auszuweichen, weil du mit Urängsten konfrontiert wirst. Und das war meistens ein guter Hebel, um Sachen freizulegen, die sonst im Verborgenen liegen.
Das fand ich hochinteressant, weil mich das Thema persönliche Weiterentwicklung sowieso schon länger umtrieb – Psychologie, Selbstwahrnehmung, Emotionen, mentales Training, das hat mich seit meiner eigenen Geschichte nie mehr losgelassen. Am Anfang stand für mich gar nicht so sehr das Tauchen lehren im Vordergrund, sondern eher, Menschen zu diesem Erlebnis unter Wasser zu führen und dann mit ihnen weiterzugehen. Ich wollte dieses Gefühl, das mich damals aus einer richtig schweren Zeit rausgeholt hat, bei anderen Menschen bewusst und begleitet erzeugen. Das war aber ziemlich ungerichtet, weil mir die Struktur und die Wege gefehlt haben, das Ganze auch wirklich zu integrieren. Also hab ich mir Coaching-Ausbildungen gesucht. Die erste war ein Jahr lang, aber leider nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Eine zweite war genau das, was meiner Arbeit bislang gefehlt hat. Und dahin bin ich auch gekommen, weil ich mir selbst einen Coach gesucht habe – ich lass mich bis heute regelmäßig coachen, weil ich das einfach gut finde.